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Erstellt am Sonntag, 24. November 2013 11:18

Günter Grass
©Das blaue Sofa / Club Bertelsmann, Lizenztext: dts-news.de/cc-by
Nobelpreisträger Günter Grass sieht Deutschland nach den Enthüllungen im NSA-Skandal in einem "überwachten Zustand".
In einem Interview anlässlich des 50-jährigen Jubiläums seines Romans "Hundejahre" sagte er dem "Kulturjournal" des NDR Fernsehens: "Heute würde ich nicht von Hundejahren sprechen, sondern von Drohnenjahren." Deutschland befinde sich in einem "derart überwachten Zustand - das verkörpert sich in der Drohne, bewaffnet oder unbewaffnet -, wie wir es in den zurückliegenden Jahrzehnten, selbst zu Stasi-Zeiten, nicht erlebt haben", so Grass. Die Stasi-Überwachungen seien "Kinkerlitzchen gegen das, was die Vereinigten Staaten von Amerika sich selbst, ihren eigenen Bürgern und uns zumuten". Das Verhalten der Bundeskanzlerin in der NSA-Affäre bezeichnete Grass als "Skandal". Sie habe "nicht den Mut hat, von unserer Souveränität Gebrauch zu machen und uns vor diesem Rechtsbruch zu schützen", so der 86-Jährige.
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